183 Werke gefunden. Die Zeit lässt sich nicht zurückdrehen. Aber oft stellt sie im Verlauf durch die ihr eigene Gewalt wieder scheinbar Unfertiges her. Ruinen, Zeichen des Niedergangs und des Verfalls, symbolisieren so auch immer einen Neuanfang. Auf den Überresten des Alten lässt sich Neues errichten. Ruinen haben Menschen bei der Erkundung der eigenen Geschichte schon immer stark fasziniert. Beginnend mit der Renaissance restaurierten sie erhaltene Ruinen. Später ließen sie sich sogar künstliche Ruinen errichten, um damit ihre Paläste und Gärten zu schmücken. Viele Künstler haben Bilder von Ruinen angefertigt und damit Embleme geschichtlicher Größe geschaffen.
Heinrich Heine schrieb 1828 aus Italien an seinen Freund Eduard von Schenk:
„Hier sprechen die Steine und ich verstehe ihre stumme Sprache. Sie scheinen ebenfalls recht tief zu fühlen was ich denke. Eine altgebrochene Säule aus der Römerzeit … ein verwittertes gothisches Pfeilerstück, dergleichen versteht mich recht gut. Bin ich doch selbst eine Ruine, die unter Ruinen wandelt, eine Menschenruine.“
Der Blick auf Ruinen erinnerte Heine daran, dass er selbst das Geschöpf einer langen Geschichte ist. Ein vergängliches Wesen zwar, aber zugleich in der Lage, ein Zeichen zu setzen, dass die Zeit überdauern und bleiben würde. Auf eine verfallene Ruine zu blicken, vermittelt das erhebende Gefühl der Gegenwärtigkeit und das Wissen davon, lebendig zu sein.
Ruinen zeugen davon, dass Dinge den Angriffen von Zeit und Zerstörungswut ausgesetzt sind – sich aber widersetzen können und überdauern. Wie die „Ruinen des Parthenon“, gemalt von
Sanford Robinson Gifford, oder die „Ruinen von Theben“, fotografiert von
John Beasly Greene, bleiben sie Zeichen einer Tradition und kultureller Werte, die unvergesslich sind und in Ewigkeit bestehen.