255 Werke gefunden. Abstrakte Formen - dazu zählt die gezielte Komposition aus geometrischen Formen, aber auch aus Farben, Linien und Kontrasten, welche nicht der gegenständlichen Darstellung dient. Anders als bei der gegenstandsbezogenen Kunst, die bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts vorherrschend war, geht es bei der abstrakten Kunst darum, bewusst keine Assoziation zu bekannten Formen, Objekten oder Lebewesen hervorzurufen.
Der russische Maler
Wassily Kandinsky ist einer der bedeutendsten Vertreter und Mitbegründer der abstrakten Malerei. Um das Jahr 1910 entstand diese neue Kunstform und verbreitete sich rasch in verschiedenen unabhängigen Strömungen in Europa. Zu den wichtigsten Künstlern der Zeit gehören neben Kandinsky unter anderem der niederländische Künstler
Piet Mondrian, der Franzose
Robert Delaunay und der Ungar László Moholy-Nagy. Auch der deutsche Künstler
Paul Klee, der mit Kandinsky befreundet war, schuf zahlreiche Kunstwerke, die dieser Kategorie zugeordnet werden.
Damals wie heute war die abstrakte Malerei selbst bei Künstlern und Kunsthistorikern heftig umstritten. Eine weit verbreitete Position lautete, dass nur solche Werke als Kunst bezeichnet werden könnten, die ein gewisses Können, eine kreative oder handwerkliche Begabung voraussetzten. Im Jahr 1957 wurden in einer Kunstausstellung in London Bilder ausgestellt, die von einem Affen gemalt worden waren. Die Tatsache, dass die von Menschen gemalten Werke nicht von denen des Affen zu unterscheiden waren, löste hitzige Diskussionen aus.
Und doch haben abstrakte Formen ihren ganz besonderen Reiz. Sie sind frei für Interpretationen und erzeugen dadurch einzigartige Assoziationen bei den Betrachtern. Nicht zuletzt sprechen die Kunstwerke für die Zeit, in der sie erschaffen wurden. Das Bedürfnis, ganz neue Geschichten zu erzählen, sich neu auszudrücken, wurde durch die Moderne, aber auch durch die Weltkriege und die Nachkriegszeit deutlich geprägt. So entstand etwa zur gleichen Zeit die ähnlich skandalöse atonale Musik von Arnold Schönberg.