| Geboren | 1869 (Le Cateau-Cambrésis) |
| Gestorben | 1954 (Nizza) |
| Nationalität | Frankreich |
| Epochen | Impressionismus, Fauvismus, Post-Impressionismus, Divisionismus, Neoimpressionismus |
| Genre | Landschaft, Personenmalerei, Stillleben, Porträt |
| Beruf | Maler, Bildhauer, Grafiker, Lithograf, Zeichner, Keramiker, Designer, Glasmaler, Kunsttheoretiker |
| Familie | Ehepartner/in: Amélie Parayre Kind: Marguerite Duthuit Faure, Jean Gérard Matisse, Pierre Matisse |
| Lehrer | Gustave Moreau |
| Schüler | Patrick Henry Bruce, Ludvik Peter Karsten, Arvid Fougstedt, Marcel Gromaire, Axel Revold, Jane Gumpert, Carl Palme, Sigfrid Ullman, Filip Wahlström, Ingegerd Beskow, Milly Slöör, Nina Jakowlewna Jefimowa, Hadar Jönzén, Brita Lagerström-Hald, Sigrun Stéenhoff-Hjertén, Maj Bring, Annelies Nelck, Mykola Buratschek, Per Krohg |
| Bekannte Werke | Frau mit Hut (1905), The Joy of Life (1906), The Dessert: Harmony in Red (The Red Room) (1907), Green Stripe (1905), Music (1910) |
| Museen | INHA Bibliotheque numerique (Cariatide), Statens Museum for Kunst, Barnes Foundation, Art Institute of Chicago, Finnish National Gallery (Kansallisgalleria) |
Ein kleiner Blumentopf steht auf der Schwelle, während hinter ihm das Meer in Rosa, Türkis und hellem Blau aufleuchtet. Henri Matisse (1869-1954) war ein französischer Maler, Grafiker und Zeichner. In Offenes Fenster, Collioure genügte ihm dieser alltägliche Gegenstand, um die Nähe eines Sommertages spürbar zu machen. Das Fenster trennte bei ihm nicht zwischen drinnen und draußen, sondern ließ die Farben ineinanderströmen. Sein Weg dorthin begann jedoch mit Akten, Kanzleiarbeit und einer juristischen Laufbahn. Als ihn 1890 die Folgen einer Blinddarmoperation für lange Zeit ans Bett fesselten, begann er zu malen. Ein Jahr lang war die gewohnte Welt auf ein Krankenzimmer zusammengeschrumpft, doch auf dem Papier öffnete sich eine andere. Schließlich gab er die Juristerei auf. Vielleicht erklärt diese Erfahrung etwas von der Entschiedenheit, mit der er später Fenster, Gärten und Innenräume behandelte: Farbe war für ihn kein nachträglicher Schmuck, sondern eine Möglichkeit, das Leben wieder weit zu machen. Selbst ein frühes Pariser Gartenbild, Die Luxemburger Gärten, Paris, ca. 1902, sowie Bois de Boulogne und Goldfische tragen in ihren Titeln noch konkrete Orte oder Dinge, die Matisse in farbige Nähe verwandelte.
Im Sommer 1905 arbeitete Matisse gemeinsam mit André Derain in Collioure. Dort entstand Offenes Fenster, Collioure, dessen rosafarbene Fensterflügel nicht stillhalten wollen, sondern wie ein warmer Nachklang des Hafens wirken. Als die Bilder im Herbst im Pariser Salon d'Automne gezeigt wurden, reagierte das Publikum empört, und der Kritiker Louis Vauxcelles prägte für die Gruppe den Namen Fauves, wilde Tiere. Der Ausdruck sollte treffen, doch er bezeichnete bald jene Freiheit, mit der Farbe von der Pflicht befreit wurde, bloß Natur nachzuahmen. In Die Freude des Lebens lagern nackte Körper in einer Landschaft, die weniger beobachtet als von Gelb, Grün und Blau getragen erscheint. Matisse ließ Flächen atmen, vereinfachte Linien und bewahrte dabei eine sinnliche Wärme, die auch großen Formaten etwas Unangestrengtes gab. Mit Picasso verband ihn eine Freundschaft aus Rivalität, Respekt und schöpferischer Wachsamkeit. Später wurde Nizza zu seinem Lebensmittelpunkt, zunächst ein Hotelzimmer am Meer. Interieur in Nizza zeigt eine sitzende Gestalt im offenen Durchgang, doch die kräftigen Türkistöne und das gemusterte Zimmer lassen die Ruhe keineswegs kühl werden. Nach einer schweren Darmoperation im Jahr 1941 musste Matisse seine Arbeitsweise den körperlichen Grenzen anpassen. Aus bemalten und ausgeschnittenen Papieren entstanden große Schnitt- und Klebekompositionen, in denen Blau, Rot, Gelb und Grün noch unmittelbarer aufeinandertrafen. Blauer Akt III gehört zu jener späten Bildwelt, in der ein Körper mit wenigen kräftigen Formen gegenwärtig wurde. Was wie Einschränkung hätte wirken können, verwandelte Matisse in ein unbeschwertes spätes Kapitel.
Wenn bei Meisterdrucke eine Reproduktion seiner Bilder vorbereitet wird, fällt immer wieder auf, wie empfindlich das Gleichgewicht zwischen Leuchtkraft und Ruhe ist. Jede Bilddatei wird deshalb von Fachleuten geprüft, bevor der Kunstdruck langsam mit lichtechten Pigmenttinten entsteht. Für die flächigen, leuchtenden Farben wird gerne eine leicht glänzende Leinwand empfohlen, während eine matte Leinwand mit feiner Struktur zurückhaltender wirkt; Medium, Größe und Rahmung stellt jeder selbst zusammen. So bleibt Offenes Fenster, Collioure, was es schon beim ersten Blick versprach: eine weit geöffnete Tür in Matisses Farbe.
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| Geboren | 1869 (Le Cateau-Cambrésis) |
| Gestorben | 1954 (Nizza) |
| Nationalität | Frankreich |
| Epochen | Impressionismus, Fauvismus, Post-Impressionismus, Divisionismus, Neoimpressionismus |
| Genre | Landschaft, Personenmalerei, Stillleben, Porträt |
| Beruf | Maler, Bildhauer, Grafiker, Lithograf, Zeichner, Keramiker, Designer, Glasmaler, Kunsttheoretiker |
| Familie | Ehepartner/in: Amélie Parayre Kind: Marguerite Duthuit Faure, Jean Gérard Matisse, Pierre Matisse |
| Lehrer | Gustave Moreau |
| Schüler | Patrick Henry Bruce, Ludvik Peter Karsten, Arvid Fougstedt, Marcel Gromaire, Axel Revold, Jane Gumpert, Carl Palme, Sigfrid Ullman, Filip Wahlström, Ingegerd Beskow, Milly Slöör, Nina Jakowlewna Jefimowa, Hadar Jönzén, Brita Lagerström-Hald, Sigrun Stéenhoff-Hjertén, Maj Bring, Annelies Nelck, Mykola Buratschek, Per Krohg |
| Bekannte Werke | Frau mit Hut (1905), The Joy of Life (1906), The Dessert: Harmony in Red (The Red Room) (1907), Green Stripe (1905), Music (1910) |
| Museen | INHA Bibliotheque numerique (Cariatide), Statens Museum for Kunst, Barnes Foundation, Art Institute of Chicago, Finnish National Gallery (Kansallisgalleria) |
Ein kleiner Blumentopf steht auf der Schwelle, während hinter ihm das Meer in Rosa, Türkis und hellem Blau aufleuchtet. Henri Matisse (1869-1954) war ein französischer Maler, Grafiker und Zeichner. In Offenes Fenster, Collioure genügte ihm dieser alltägliche Gegenstand, um die Nähe eines Sommertages spürbar zu machen. Das Fenster trennte bei ihm nicht zwischen drinnen und draußen, sondern ließ die Farben ineinanderströmen. Sein Weg dorthin begann jedoch mit Akten, Kanzleiarbeit und einer juristischen Laufbahn. Als ihn 1890 die Folgen einer Blinddarmoperation für lange Zeit ans Bett fesselten, begann er zu malen. Ein Jahr lang war die gewohnte Welt auf ein Krankenzimmer zusammengeschrumpft, doch auf dem Papier öffnete sich eine andere. Schließlich gab er die Juristerei auf. Vielleicht erklärt diese Erfahrung etwas von der Entschiedenheit, mit der er später Fenster, Gärten und Innenräume behandelte: Farbe war für ihn kein nachträglicher Schmuck, sondern eine Möglichkeit, das Leben wieder weit zu machen. Selbst ein frühes Pariser Gartenbild, Die Luxemburger Gärten, Paris, ca. 1902, sowie Bois de Boulogne und Goldfische tragen in ihren Titeln noch konkrete Orte oder Dinge, die Matisse in farbige Nähe verwandelte.
Im Sommer 1905 arbeitete Matisse gemeinsam mit André Derain in Collioure. Dort entstand Offenes Fenster, Collioure, dessen rosafarbene Fensterflügel nicht stillhalten wollen, sondern wie ein warmer Nachklang des Hafens wirken. Als die Bilder im Herbst im Pariser Salon d'Automne gezeigt wurden, reagierte das Publikum empört, und der Kritiker Louis Vauxcelles prägte für die Gruppe den Namen Fauves, wilde Tiere. Der Ausdruck sollte treffen, doch er bezeichnete bald jene Freiheit, mit der Farbe von der Pflicht befreit wurde, bloß Natur nachzuahmen. In Die Freude des Lebens lagern nackte Körper in einer Landschaft, die weniger beobachtet als von Gelb, Grün und Blau getragen erscheint. Matisse ließ Flächen atmen, vereinfachte Linien und bewahrte dabei eine sinnliche Wärme, die auch großen Formaten etwas Unangestrengtes gab. Mit Picasso verband ihn eine Freundschaft aus Rivalität, Respekt und schöpferischer Wachsamkeit. Später wurde Nizza zu seinem Lebensmittelpunkt, zunächst ein Hotelzimmer am Meer. Interieur in Nizza zeigt eine sitzende Gestalt im offenen Durchgang, doch die kräftigen Türkistöne und das gemusterte Zimmer lassen die Ruhe keineswegs kühl werden. Nach einer schweren Darmoperation im Jahr 1941 musste Matisse seine Arbeitsweise den körperlichen Grenzen anpassen. Aus bemalten und ausgeschnittenen Papieren entstanden große Schnitt- und Klebekompositionen, in denen Blau, Rot, Gelb und Grün noch unmittelbarer aufeinandertrafen. Blauer Akt III gehört zu jener späten Bildwelt, in der ein Körper mit wenigen kräftigen Formen gegenwärtig wurde. Was wie Einschränkung hätte wirken können, verwandelte Matisse in ein unbeschwertes spätes Kapitel.
Wenn bei Meisterdrucke eine Reproduktion seiner Bilder vorbereitet wird, fällt immer wieder auf, wie empfindlich das Gleichgewicht zwischen Leuchtkraft und Ruhe ist. Jede Bilddatei wird deshalb von Fachleuten geprüft, bevor der Kunstdruck langsam mit lichtechten Pigmenttinten entsteht. Für die flächigen, leuchtenden Farben wird gerne eine leicht glänzende Leinwand empfohlen, während eine matte Leinwand mit feiner Struktur zurückhaltender wirkt; Medium, Größe und Rahmung stellt jeder selbst zusammen. So bleibt Offenes Fenster, Collioure, was es schon beim ersten Blick versprach: eine weit geöffnete Tür in Matisses Farbe.