Ein breiter Fluss führt zwischen bewachsenen Ufern in eine Berglandschaft, über der sich hohe Wolken sammeln. Im Vordergrund quert ein schmales Boot das ruhige Wasser; fünf Figuren sitzen und stehen darin, einige mit langen Stangen oder Rudern. Weiter hinten richtet ein zweites Boot seinen orangefarbenen Mast gegen das Grün der Ufer. Palmen markieren links den Übergang vom Fluss zum Wald, während die gestaffelten Höhenzüge den Blick bis an den Horizont lenken. Ocker, Olivgrün und gedämpftes Blau bestimmen die Farbigkeit. Das Licht bleibt weich und verteilt sich über Himmel, Berghänge und Baumkronen, ohne einen einzelnen Bereich hart hervorzuheben. Johann Moritz Rugendas ordnet die Landschaft 1835 in klaren Tiefenschichten: Wasser, Vegetation, Gebirge und Himmel folgen aufeinander, die menschlichen Figuren erscheinen klein innerhalb des weiten Naturraums. Dadurch verbindet sich topografische Genauigkeit mit einer ruhigen, beinahe beobachtenden Stimmung.
Bei dieser Anfertigung trägt die matte Leinwand Salvador das Motiv ohne Glas; Amelie fasst die Fläche in Schwarz mit einer schmalen Goldkante. Woran man beim Prüfen der fertigen Arbeit hängen bleibt, ist das kleine Segelboot in der Flussmitte. Sein dunkler Rumpf, der gebogene weiße Segelrest und der orange Mast stehen im Druck klar getrennt voneinander, obwohl sie nur wenige Zentimeter innerhalb der Landschaft beanspruchen. Selbst die kurze Spiegelung unter dem Boot bleibt lesbar und verbindet es mit den waagerechten Linien des Wassers. Auch im vorderen Kahn erhalten die Figuren erkennbare Haltungen: ein aufrechter Oberkörper, geneigte Köpfe und schräg gesetzte Stangen bilden eine kleine Folge von Bewegungen. Man könnte einwenden, dass die Details winzig sind - aber genau das Verhältnis zwischen den kleinen Booten und den bewaldeten Höhen macht die räumliche Weite des Motivs so nachvollziehbar.